Opfenbach liegt im Tal der Leiblach am Fuße des Pfänderrückens in einer Höhe von 500 bis 800 m. Die ländlich geprägte Gemeinde, die sich ihre Ursprünglichkeit bis heute bewahrt hat, bietet vor allem Ruhe und Erholung in der schönen Voralpenlandschaft des Westallgäus. Die Allgäuer Berge gehen hier über in eine liebliche Hügellandschaft mit Tobeln und Wildbächen, saftigen Wiesen und stillen Wäldern. Blühende Streuobstwiesen weisen hin auf das unmittelbar angrenzende fruchtbare Bodenseegebiet und das milde Klima ist deutlich zu spüren. Hier beginnt der Frühling früher und der Sommer dauert länger als in den höher gelegenen Gebieten des Westallgäus.
Kleiner Blick ins Geschichtsbuch
Die ältesten Spuren einer Besiedlung können bis in die Römerzeit zurückverfolgt werden. Zur Verbindung der Römerstädte Brigantium (Bregenz) und Cambodunum (Kempten) diente die Via Claudia, die das Gemeindegebiet nördlich der heutigen Dorfstraße durchquerte. An einigen Stellen sind ihre Geländeeinschnitte noch erkennbar.
Als Napoleon 1805 die Gemeinde besetzte, kam Opfenbach zu Bayern. Zuvor hatte es zum österreichischen Vorarlberg gehört.
Sehenswürdigkeiten
Die Opfenbacher Pfarrkirche St. Nikolaus wurde im Jahre 1776 erbaut. Der barocke Bau hat durch den dreiseitigen Chorschluss frühklassizistischen Saalcharakter. Das Hochaltarbild zeigt den gekreuzigten Christus (Öl auf Leinwand). Es ist älter als die Kirche selbst und stammt vermutlich noch von der alten, im Jahr 1772 wegen Baufälligkeit abgerissenen Kirche. Die berühmte Bregenzerwälder Künstlerin Angelika Kaufmann soll es um 1757/60 restauriert haben. Von dem rechten Seitenaltar, dem Anna-Altar, strahlt ein Engel mit Hut auf die Gläubigen herab. Keiner kennt das Geheimnis dieses Engelchens. Möglich ist eine Verbindung zur Opfenbacher Hutfabrikation in den Jahren 1906 bis ca. 1930. Die Decken- und Empore¬bilder wurden 1927 restauriert. Es wird vermutet, dass einer der dabei beschäftigten Malergesellen aus Jux dem anmutigen Engelchen einen „Schinhut“ aufgesetzt hat. Die Kirche wurde 2006 renoviert.
Die Kapelle „Maria vom Sieg“ in Wigratzbad wurde im Jahre 1938 gebaut und hat sich zu einer vielbesuchten Wallfahrtsstätte entwickelt.
Die Ursprünge der Kapelle zum hl. Martin in Wigratz sollen auf das Jahr 1636 zurückgehen. Auf Grund des schlechten Zustandes musste sie 1972 abgerissen und neu erbaut werden.
Die Dreifaltigkeitskapelle in Mywiler geht auf eine Stiftung zurück, die 1732 ein ansässiges Schneiderehepaar gemacht hat. Sie beeindruckt durch ihre kunstvolle Ausstattung.
Direkt an der B 32 liegt die Lourdeskapelle. Das kleine, unterkellerte Kirchlein mit dem spitzen Türmchen ist 1901 erbaut worden. Im Inneren ist eine Mariengrotte zu sehen. Von 1936 bis 1968 wurde diese kleine Kapelle von den Comboni-Missionaren (siehe auch Missionshaus Mellatz) betreut.
In der Nähe von Litzis befindet sich, eingebettet zwischen Wiesen und Bäumen, eine idyllisch gelegene Feldkapelle aus dem Jahre 1873, die dem hl. Sebastian geweiht ist.
Im Schatten einer großen Linde steht die Wendelinskapelle von Heimen. Sie wurde 1863 erbaut und hat einen kleinen Barockaltar aus dem 17. Jahrhundert mit dem Gemälde einer Engelspieta. Im Auszug zwischen geschwungenen Giebelstücken mit Putten ist das Bild des hl. Wendelin zu sehen.
Die Sebastianskapelle von Ruhlands wurde vermutlich in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges mit angrenzendem Pestfriedhof erbaut. 1819 wurde die baufällige Kapelle abgebrochen und durch eine neue ersetzt. Hier ist auch ein besonderes Kunstwerk zu bewundern: eine Madonna des Ruhlandser Meisterschnitzers Hans Rueland aus dem Jahre 1470.
In den letzten Jahren wurden alle diese Kapellen von den Dorfbewohnern liebevoll restauriert.
Freunde moderner Architektur sollten sich auch die Wallfahrtskirche in Wigratzbad anschauen: ein moderner Bau aus Stahl und Glas aus dem Jahre 1973 (siehe Gebetsstätte Wigratzbad).
Meister Johannes Rueland
Johannes Rueland war ein großer Meister der Holzbildhauerkunst. Er schuf unter anderem den gotischen Flügelaltar in der bischöflichen Privatkapelle in Trier an der Mosel, den Altar in der Karmeliterkirche in Ravensburg, das berühmte Gnadenbild von Rankweil sowie die „Stockener Madonna“ (115 cm groß) in einer kleinen Kapelle im Ortsteil Stocken, Gemeinde Osterzell.
Kulturelles
Die Konzerte der Opfenbacher Chöre sind weit über unsere Dorfgrenzen hinaus bekannt. Das Gesangsspektrum reicht von Folklore über geistliche Gesänge bis hin zu Musicals. Ihr Jahreskonzert im Oktober ist ein kultureller Höhepunkt der örtlichen Veranstaltungen, ebenso die Adventskonzerte in der Pfarrkirche. Aufgrund der großen Teilnahme und Begeisterung der Sänger wurde Opfenbach auch schon „das singende Dorf“ genannt!
Im Januar jeden Jahres begeistert der örtliche Theaterverein das Publikum in der Mehrzweckhalle mit Theateraufführungen in Westallgäuer Mundart. Veranstaltungen sind dem Gemeindeblatt zu entnehmen.
Nicht nur Regentage lassen sich durch Lesen kurzweilig gestalten. Die Bücherei ist im vorbildlich renovierten alten Pfarrhof untergebracht und am Sonntag von 09:30 Uhr bis 10:15 Uhr und am Mittwoch von 17:30 bis 18:30 Uhr geöffnet.
Feste + Feiern – Ein Blick in den Jahreslauf
Zahlreiche Vereine bereichern mit ihren Darbietungen das Dorfleben:
Ein eigener „Maibaumverein“ stellt am 30. April den Maibaum auf und bittet anschließend zum Tanz in den Mai. Während die Letzten von hier nach Hause gehen, starten die Ersten bereits beim Rad- und Wandertag des TSV. Dabei gibt es immer etwas Neues zu Entdecken oder zu Erraten und die Zahl der Teilnehmer aus nah und fern wird von Jahr zu Jahr größer.
Am 1. Sonntag im Mai findet der Georgiritt des Reitervereins statt. Er zählt zu den schönsten in der Region und führt von Opfenbach durch blühende Landschaften zur Kapelle in Myweiler.
Das Dorffest (Feuerwehr- und Trachtenverein) findet in jährlichem Wechsel mit dem St.-Anna-Fest (Pfarrgemeindefest) am letzten Juliwochenende statt.
Die Landjugend veranstaltet am 1. Adventssonntag eine „Adventshukade“ mit Weihnachtsbasar.
Im November lädt die Musikkapelle zu einem Jahreskonzert ein und beendet das Jahr mit dem Silvesterblasen von Haus zu Haus.
Freizeit- und Sportmöglichkeiten
Im Sommer
Ein sportliches Urlaubsvergnügen gibt’s in der SwinGolf-Anlage im Ortsteil Myweiler. Wie beim klassischen Golf spielen Sie auf einem 9-Loch-Parcours (18-Loch-Anlage in Planung) mit abwechslungsreichen Spielbahnen. Dieser familiengerechte Trendsport ist kinderleicht zu lernen und kommt ohne komplizierte Regeln aus.
Der Verkehrs- und Heimatverein bietet jedes Jahr mehrere geführte Wanderungen an: Vollmondwanderung, Kräuterwanderung, Wanderung mit dem Jäger, Besuch beim Imker.
Im Winter
Urlaubsgenießer schätzen auch erholsame Spaziergänge durch die vom Schnee verzauberte Landschaft. Der Langläufer findet gespurte Loipen am Ort und in den höher gelegenen Nachbarorten.
Wandern
In dieser harmonischen Landschaft kann man stundenlang durch unberührte Natur wandern. Ein gut beschildertes 55 km langes Wanderwegenetz – davon ca. 12 km im Wald – verbindet alle 14 Ortsteile, die sich um den Hauptort scharen. Die gepflegten Wege führen vorbei an schmucken Bauernhöfen inmitten grüner Wiesen, auf denen „glückliche“ Allgäuer Kühe grasen und unter Obstbäumen Schatten finden. Das Obst dieser Bäume wird oftmals in den hauseigenen Brennereien zu feinen Likören und Schnäpsen verarbeitet. In einer Schaubrennerei im Ortsteil Heimen erfährt der Besucher viel Wissenswertes über diese Arbeit und lernt den Werdegang eines edlen Brandes kennen von der Maische bis zur Destillation.
Wanderweg rund um Opfenbach
Ausgangspunkt: Opfenbach Rathaus – Höhenunterschied: 255 m, Höhenmeter: 318 hm – Länge: 18.7 km – Gehzeit: 06:00 h
Dieser Wanderweg führt in weitem Bogen durch die verstreut liegenden Ortsteile der Gemeinde Opfenbach.
Kapellenwanderweg
Ausgangspunkt: Opfenbach Kirche – Höhenunterschied: 136 m, Höhenmeter: 220 hm – Länge: 14.6 km – Gehzeit: 04:00 h
Sieben Dorfkapellen, die von der Frömmigkeit unserer Vorfahren zeugen, legen sich wie ein Kranz von Perlen um die sehenswerte Pfarrkirche St. Nikolaus.
Rundweg übers Göritzer Moor und Leiblachwanderweg
Ausgangspunkt: Opfenbach Rathaus – Gehzeit: 01:30 h
auf diesem Weg bietet sich ein beeindruckendes Panorama vom Pfänderrücken bis in die Schweizer Berge.
Zum Waldsee nach Lindenberg
Ausgangspunkt: Opfenbach Rathaus – Gehzeit: 03:00 h (hin und zurück)
Der Weg führt weite Strecken durch den Wald, deshalb besonders an heißen Sommertagen zu empfehlen. Auf weichen Moorwegen erreicht man schließlich den im Wald gelegenen idyllischen Badesee.
Wanderrunde am Waldweg
Ausgangspunkt: Opfenbach Rathaus – Gehzeit: 02:30 h
Diese Wanderung führt über grüne Wiesen in die Erlebniswelt des Bergwaldes.
Kurzwanderung im Ortsteil Myweiler
Ausgangspunkt: Myweiler an der Kapelle – Gehzeit: 01:00 h
Eine weitere sehr abwechslungsreiche Tour ist eine Wanderung zu den Rohrach Wasserfällen bei Scheidegg. Die Gehzeit hin und zurück beträgt ca. 3 ½ bis 4 Std.
Wanderkarten sind beim Verkehrs- und Heimatverein, Allgäustr. 2, und bei der Gemeindeverwaltung erhältlich.
Übernachten
Bei freundlichen und aufmerksamen Gastgebern stehen für den Urlaubsaufenthalt Ferienwohnungen und Zimmer im Ort zur Verfügung. Die Zimmervermittlung des Verkehrs- und Heimatvereins hilft gerne bei der Auswahl.
Mit der Gästekarte Lindau-Westallgäu erhält der Urlauber viele Vergünstigungen in der Region.
Wichtige Adressen und Telefonnummern
Gemeinde Opfenbach, Bodenseestr. 19, 88145 Opfenbach, Telefon 08385 9214-0, Fax 08385 9214-18; e-mail: gemeinde@opfenbach.de; Internet: www.opfenbach.de
Verkehrs- u. Heimatverein Opfenbach e. V., Allgäustr. 2, 88145 Opfenbach, Tel. 08385 544, Fax 08305 923016, e-mail: info-opfenbach@t-online.de, Internet: www.opfenbach-tourismus.de
habe von 1950bis 1958 die schule in opfenbach besucht.komme noch jedes jahr in urlaub zu meinem neffen klaus kirchner.
gewohnt haben wir in der bruckmühle bei karg.
gruss Edith Wicharz Jakull.