Am Nordufer des Bodensees liegt der Luftkurort Nonnenhorn als flächenmäßig kleinste und südwestlichste Gemeinde Bayerns. Das malerische Weindorf liegt direkt am See mit einem herrlichen Blick auf die gegenüberliegenden Berge und wird umrahmt von einer reizvollen Landschaft mit kilometerlangen Rad- und Wanderwegen durch Obstplantagen und Weingärten, die von einem Blütenmeer im Frühjahr bis hin zur goldenen Erntezeit im Herbst ihre volle Schönheit zeigt. Das milde Klima der Region begünstigt den Obst- und Weinanbau und vermittelt hier auf der Sonnenseite des Sees ein fast schon mediterranes Flair. Nonnenhorn hat viele bezaubernde Plätze, die einmal verträumt zum Verweilen und einmal stimmungsvoll zu geselligen Festen einladen. Mit der Bahn, dem Schiff oder per Rad erreicht man eine Vielzahl von Städten, Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten im weiten Umkreis, auch ohne Auto. Geprägt von Traditionen und Weltoffenheit hat sich Nonnenhorn seinen dörflichen Charakter stets bewahrt und bietet jedem Besucher unvergessliche Tage. Ob eines der komfortablen Hotels und Gästehäuser, Urlaub direkt beim Winzer oder das persönliche Ambiente der Privatzimmer im Ort, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Hier findet man Ruhe, Gastlichkeit, Kultur und Genuss.
Wer vom Alltag einmal abschalten und in eine beschauliche Idylle eintauchen möchte, ist in Nonnenhorn herzlich willkommen, „die Seele baumeln zu lassen“.
Höhe: 407 m
Einwohner: 1556
Telefonvorwahl: 08382
Blick ins Geschichtsbuch
Die Namensgebung des Ortes ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
Variante I = Nonnen-Horn
Der Mönch Graf Adalbert von Rätien, so erzählt die Legende, fuhr eines Tages mit dem Schiff über den See. Er wurde vom Sturm überrascht und geriet in Seenot. Da legte er ein Gelübde ab: „Herr, dort wo ich an Land komme, will ich Dir zur Ehren ein Kloster bauen.“ Die Legende berichtet, dass er auf der Hornförmigen Halbinsel im Süden Nonnenhorns (Hörnle) gestrandet ist. Wie gelobt, ließ er an dieser
Stelle ein Nonnenkloster erbauen. Leider war dem Kloster dort kein langes Dasein beschieden.
Variante II = Nunen-Horn
Nunen sind ein keltischer Volksstamm, der am Obersee angesiedelt war. Die neueren Erkenntnisse über die Urbanisierung des Bodenseegebietes sprechen für diese Variante, wegen der Namensgebungen im weiteren Umland.
Nonnen (Nunen) –Stein, Nonnen (Nunen) –Bach usw.
Sehenswürdigkeiten
St. Jakobus-Kapelle
Im Windschutz eines mächtigen Mammutbaumes steht die spätgotische St.-Jakobus-Kapelle aus dem 13. Jh. Die schmucke Kapelle wie auch der Kapellenplatz stehen unter Denkmalschutz. Im Inneren der Kapelle befindet sich eine Kreuzigungsgruppe, die laut Inschrift aus dem Jahre 1646 stammt, eine schöne Sitzfigur des Kirchenpatrons, dem
hl. Jakobus, des hl. Petrus und des Evangelisten Johannes (um 1490), des weiteren Holzplastiken des hl. Nikolaus (um 1680) und der hl. Katharina (um 1470). Seit dem
19. Jh. wurde die Kapelle mehrmals umgebaut, zuletzt 1977. Bei diesen Umbauten wurde die Kapelle auch mit dem neugotischen Hochaltar und den spitzbogigen Fenstern
ausgestattet.
Jakobus-Pilgerweg
Die St.-Jakobus-Kapelle lag an der alten Wallfahrtsstraße nach Santiago de Compostela.
St. Jakobus der Ältere galt als Schutzherr der Pilger. Noch heute ist die kleine Kapelle ein reizvoller Abstecher auf dem Jakobus-Pilgerweg und lädt ein zur Rast, zur Besinnung und Andacht. Am Bodensee führen den Pilger die Wege von Bayerisch-Schwaben nach Lindau und von Oberschwaben nach Meersburg über den See in die Schweiz.
Museum
Das Nonnenhorner Museum verdankt seine Instandhaltung und Pflege dem jungen Museumsverein Nonnenhorn, der sich liebevoll und mit viel Zeit um die dort ausgestellten Exponate der Heimatgeschichte, des Wein- und Obstanbaus und des Handwerks kümmert. Öffnungszeiten: jeden Mittwoch von 10.00 bis 12.00 Uhr und 13.30 bis 17.00 Uhr.
Seegfrörne-Stein
„Seegfrörne“, so nennt man es, wenn der Bodensee komplett von einer geschlossenen Eisschicht bedeckt ist. Erstmals erwähnt wurde ein solch vollständiges Zufrieren im Jahre 875. Seitdem soll der See insgesamt 33-mal völlig zugefroren sein. Der „Seegfrörne-Stein“, ein mächtiger Findlingsblock, der bei der damaligen Seegfrörne von 1880 aus dem See gezogen wurde, steht als Zeitzeuge vor der St.-Jakobus-Kapelle. Beim Strandbad erinnert ein Gedenkstein an die Seegfrörne von 1963. Gustav Schwab hat in seiner Ballade „Der Reiter und der Bodensee“ diesem Naturereignis ein literarisches Denkmal gesetzt. In seinen Büchern lässt Werner Dobras die Geschichte, unterstützt durch beeindruckendes Fotomaterial, wieder aufleben. Seit der Seegfrörne im Jahre 1573 pflegt man den Brauch, bei der einen Seegfrörne eine Holzstatue des Evangelisten Johannes in feierlicher Prozession von Hagnau am deutschen Bodenseeufer über das Eis nach dem schweizerischen Münsterlingen zu bringen und bei der nächsten Gfrörne zurück.
400 Jahre alter Weintorkel
In einem offenen Holzhaus in der Conrad-Forster-Straße steht der Nonnenhorner Weintorkel (Kelter) aus dem Jahre 1591. Als ältester und größter Torkel der ganzen Bodenseegegend steht er unter Denkmalschutz. Der wuchtige eichene Pressbalken soll mit 400 Zentnern Gewicht die Traubenbeeren belastet haben. Während der Saison werden von Nonnenhorner Winzern wöchentlich Torkelerklärungen gegeben.
Sport und Freizeit
Freizeitvergnügen für Jung und Alt bietet die Schiffsanlegestelle mit regelmäßigen Linienfahrten, Rundfahrten oder Themenfahrten der „Weißen Flotte“ über den See. Dort können auch Boote gemietet werden. Mit der Bodensee-Erlebniskarte sind zur Schiffsfahrt auch viele umliegende Ausflugsziele ermäßigt oder inklusive. Wer selbst den Umgang mit Segel- und Motorbooten erlernen möchte, wendet sich am besten an die Bodensee Segelschule Wasserburg, Wasserburger Straße 25 in Nonnenhorn, Tel. 8 92 38 oder 99 81 17. Eine gute Adresse für Windsurfer und solche, die es lernen möchten, ist die Surfschule-Wasserburg, Wasserburger Straße 31 in Nonnenhorn, Tel. 99 80 97. Monats- und Tageserlaubnisscheine zum Angeln erhält man im Verkehrsamt.
Im Park bei der Schiffsanlegestelle steht ein kleiner Pavillon, wo man sich zum Freiluftschach trifft. Ein Vergnügen für die ganze Familie bereitet die Minigolfanlage mit sehenswerten Bodenseemotiven, unweit des Verkehrsamts. Direkt neben dem bunten Kinderspielplatz
für die Kleinen befindet sich der Tennisplatz. Eine Reservierung ist im Verkehrsamt möglich und Interessierte können sich auch bei der Tennisschule R & L Wörle im Ort anmelden, Tel. 84 48. Reitmöglichkeiten für Kinder und Erwachsene bieten sich im nahe gelegenen Reitstall Gohren, Tel. 07543/6199 oder im Reitstall Lang, Tel. 888229.
Eine kleine Bücherei für Leseratten und zwei Kegelbahnen für gesellige Stunden im Stedi bieten auch Alternativen zum Wetter.
Das Strandbad Nonnenhorn liegt direkt am See mit einem herrlichen Panorama,
Badespaß und Erholung für Groß und Klein. Von Mitte Mai bis Mitte September lassen das beheizte 600 qm große Freischwimmbecken (26 °C), ein Kinderplanschbecken und eine Wärmehalle mit Schwimmkanal das Baden im Becken und See zum Erlebnis werden. Die große Liegewiese mit Sonnenschirm- und Liegestuhlverleih sowie die Dachterrasse laden zum Sonnenbaden ein. Für das leibliche Wohl sorgt ein Kiosk mit reichhaltigem Angebot.
Radfahren
Durch Nonnenhorn führt auch der bekannte Bodensee-Radweg (rund um den See). Somit ist das kleine Weindorf auch ein idealer Ausgangspunkt für Radtouren entlang der Orte am See oder über den See kombiniert mit Schiffen oder Bahn und ins Hinterland. Es gibt eine Vielzahl an schönen und interessanten Touren mit phantastischen Ausblicken und unvergesslichen Eindrücken, z. B. die Rundtour zum Deutschordensschloss Achberg, Dreiseentour, Panoramatour oder die Argentour …
Von April bis Oktober starten jeden Dienstag um 9.30 Uhr geführte Radtouren am Verkehrsamt Nonnenhorn. Räder leihen kann man im Ort beim Fahrradverleih Kugel, Seestraße 58, Telefon 81 10.
Wandern
Die Schönheit der Landschaft erkundet man am besten auf „Schusters Rappen“. Ein Netz von kilometerlangen Wanderwegen erstreckt sich hier vom See ins schöne Hinterland. Ob Rundweg, Pilgerweg oder Themenweg, jedem Besucher geht hier das Herz auf. Im Frühjahr führen die Wege durch ein Meer von Blüten, wenn gegen Ende April in den Obstanlagen die Apfelblüte beginnt. Den Wanderer verzaubern hier die satten grünen Wiesen mit einem atemberaubenden Blick über den blauen See zu den noch verschneiten Gipfeln der Alpen. Der Föhn, eine für diese Region bekannte Laune des Wetters, bringt warme Luftströme und gewährt eine phantastische und klare Sicht, die man am besten in der Höhe auf den umliegenden Bergen genießt. Im Herbst färbt sich das Laub in kräftige Farben und die Erntezeit beginnt. Pralle rote Äpfel, Birnen und reife süße Trauben an den
Rebstöcken prägen das Bild des Wanderers, der zu dieser Jahreszeit gern hier verweilt. Es ist eine gute Gelegenheit einmal einem Winzer über die Schulter zu schauen, etwas über den Anbau zu lernen und edle Tropfen zu verkosten.
Rundwegvorschlag I:
Ebenfalls sehr schön wandert man auf ca. 3 km vom Verkehrsamt zum Kapellenplatz und rechts zur Mauthausstraße. Unmittelbar hinter der Unterführung der LI16 (B31 alt) geht man rechts und verlässt die Einfahrt linkerhand auf einem anfänglich geteerten Weg und kommt über das Hennenstägele auf die Anhöhe beim Eichenholz, in der Ortschaft Hege geht man rechts ab zum Aussichtspunkt Reutele und zurück zur Ortsmitte.
Rundwegvorschlag II:
Ein weiterer Rundweg führt mit ca. 50 km über Hattnau und Selmnau zum Antoniusberg mit herrlicher Aussicht und der kleinen Antoniuskapelle. Dann weiter nach Kressbronn und dort entlang des Seeweges wieder nach Nonnehorn.
Naturwanderweg mit Bild- und Texttafeln 3,3 km:
Die Bullrichanlage (beim Friedhof) bietet einen wunderschönen Ausblick über das Weindorf und den See. Hier beginnt der Naturwanderweg und begleitet seine Besucher durch Obstgärten und Weinlagen auf einem Wiesenweg, dann durch das Totengässele, die Baumgartenstraße und geht über in die Langgasse. Dort überquert er die Bahnlinie und führt zum Malerwinkel, einer Bucht mit herrlichem Blick über den See und zur Halbinsel Wasserburg (wer der Pappelallee folgt, kommt dort hin).
Vom Malerwinkel aus Richtung Nonnenhorn, entlang der Wasserburger Straße, weist ein Schild des Naturwanderweges ins Paradies. Ein prachtvoller Ausblick gab hier den Namen.
Der Weg führt vorbei an der staatlichen Fischbrutanstalt entlang der Straße, dann links in die Conrad-Forster-Straße bis zum alten Weintorkel, dort wieder links abbiegen vorbei am Minigolfplatz zum Verkehrsamt Nonnenhorn und der Schiffsanlegestelle beim Horn.
Von Mai bis Oktober werden jeden Donnerstag um 10.00 Uhr geführte Wanderungen durch Obstgärten und Weinberge ab Ausgangspunkt Gasthof „Zum Adler“ angeboten.
Nordic Walking Park
Seit 2006 gibt es den Nordic Walking Park Bayerischer Bodensee, denn Nordic Walking ist mehr als ein Trend. Im Park stehen insgesamt 17 Nordic Walking Runden mit einer Gesamtlänge von 130 km zur Verfügung. Verschiedene Runden können abgekürzt oder durch Kombinationen mit einer anderen Runde beliebig erweitert werden. Die Nonnenhorner Runde wird mit ihren 4,5 km Länge, einer Dauer von 40 Minuten und den zu bewältigenden 57 Höhenmetern als leichte Runde eingestuft. Sie findet ihren Ausgangspunkt an der
Bullrichanlage (am Friedhof mit Parkmöglichkeiten) und führt den Läufer durch Obstanlagen,
Weinberge und zu einem Aussichtspunkt mit herrlichem Blick über den Bodensee, auf die Berge von Vorarlberg und der Schweiz.
2007 findet am 23. September in Nonnenhorn der 2. Nordic Walking Tag am Bayerischen Bodensee statt.
Veranstaltungen
Von Frühjahr bis Herbst finden regelmäßig wöchentliche Veranstaltungen statt wie
geführte Radtouren am See und ins umliegende Hinterland (dienstags), Besuchstag im Museum (mittwochs), Torkelerklärungen an der alten Weinpresse (mittwochs), geführte – fachkundige Obstwanderungen (donnerstags) und Abendkonzerte auf dem Schäfflerplatz (donnerstags). Während der Sommermonate können Gäste Sport- und Luftgewehr schießen.
An bestimmten Terminen werden ausgewählte Jakobuskapellen-Konzerte von verschiedenen Künstlern gegeben.
In der Galerie Probst, Seestraße 45, Tel. 997337, werden internationale Kunstausstellungen gezeigt.
Ein abwechslungsreiches Kinder-Ferienprogramm im Sommer bietet den Kleinen ein buntes Programm und lässt keine Langeweile aufkommen.
Schon eine Tradition haben besondere Feste wie:
- Komm und See (Juni), „Tag der offenen Weingüter“, man genießt die Vielfalt und Finesse der Seeweine, begleitet von kulinarischen Köstlichkeiten, Musik, Kunst Kultur und Informationen …
- Winzerfest am See (August), „bayerischer Weingenuss mit Spezialitäten aus der Region zu einer besonderen Stimmung am See“
- Gourmet & Dixie (September), „Das ganz andere Fest“, die Wirte aus Nonnenhorn präsentieren ihr Können und verwöhnen mit kulinarischen Köstlichkeiten zu bester
Dixie-Musik.
- Essen und Tschässen (Oktober), „Die Nacht der Nächte“, die Jazzmeile Nonnenhorn bietet ganz besondere Leckerbissen – stilvoll serviert mit fetziger Musik vom Feinsten.
Gastfreundliche Vermieter heißen in Nonnenhorn alle Gäste herzlich willkommen und sind bemüht, die Urlaubstage in Nonnenhorn die schönsten des Jahres werden zu lassen.
Kulinarisches
Sieben hervorragende Gaststätten verwöhnen hier ihre Gäste nach Herzenslust mit regionalen Spezialitäten, eigenen Kreationen und vielem mehr. Dazu passen am besten die guten Weine der Region. Von der Sonnenterrasse bis hin zum Wintergarten hat jedes Lokal sein besonderes Ambiente. Wer es lieber rustikaler mag, sollte auf einen Abstecher die traditionellen „Rädlewirtschaften“ besuchen. Dort genießt man die hauseigenen Weine am besten in geselliger Runde bei einer zünftigen Brotzeit. Die Weine mit den wohlklingenden Namen der Lagen „Sonnenbichl“ und „Seehalde“ stellen eine Reihe kleiner Winzerbetriebe im Ort her. Ein Besuch der Vinothek, auf einem Winzerhof, beim Obstbauern zum Schaubrennen oder beim Fischer ist sehr empfehlenswert.
Wichtige Adressen und Telefonnummern
Verkehrsamt Nonnenhorn, Seehalde 2, 88149 Nonnenhorn, Tel. 08382 8250 Fax 08382 89076, Internet: www.nonnenhorn.de, e-mail: tourist-info@nonnenhorn.de