Altusried ist eine der größten Gemeinden im Allgäu und Mittelpunkt einer bäuerlichen Landschaft. Die Marktgemeinde umfasst außer Altusried die Ortsteile Krugzell, Kimratshofen, Frauenzell und Muthmannshofen. Überregionale Bekanntheit erlangte der Ort durch die alle drei bis vier Jahre stattfindenden Allgäuer Freilichtspiele.
Sehenswertes
Die im Kern spätmittelalterliche kath. Pfarrkirche St. Blasius und Alexander wurde im 17. / 18. Jh. umgebaut und besitzt schöne Stuck- und Holzarbeiten. Sehenswert sind auch die evang. Kapelle St. Magnus und die Wallfahrtskirche Gschnaidt.
Einen Abstecher lohnt das Illersteilufer bei Kalden. Hier hat die Iller in Jahrtausenden die Molassegesteine „durchfräst“. Vor 20 000 Jahren lag hier noch die mächtige Decke der letzten Eiszeit. Wenn man an der 60 Meter hohen Kante des „Iller-Canyons“ steht, spürt man einen Hauch von Erdgeschichte.
Besonderes Kulturdenkmal
Die 1561 erstmals erwähnte Mühle hatte in ihrer langen Geschichte vielfältige Funktionen, eine davon war das Stampfen der Knochen zu Dünger. Daher auch der heute noch gebräuchliche Name Knochenstampfmühle. Die Naturschutzgruppe Altusried restaurierte die Mühle erstmals 1976 an ihrem alten Standort in Altusried-Manzen. 1994 wurde die Mühle abgebrochen und nach dreijähriger Bauzeit an ihrem neuen Standort, am Ortsrand von Altusried – am Koppach, wieder eingeweiht. Somit bietet sich für Interessierte die Möglichkeit zum Besuch dieses 450 Jahre alten Kulturdenkmals.
Öffnungszeiten und Führungen für beide Einrichtungen nach Vereinbarung mit Siegfried Winkler, Vorsitzender der Naturschutzgruppe Altusried, Tel. 08373/662 oder dem Kultur- und Verkehrsamt, Tel. 08373/7051
Museen
Wer einen Blick in die Tier- und Pflanzenwelt des Allgäus werfen möchte, der sollte der Naturkundlichen Sammlung einen Besuch abstatten. Gezeigt werden Tiere auf dem Bauernhof, im Garten, auf der Wiese, im Wald sowie in den Feuchtgebieten an Bach, Fluss oder See. Durch Großfotos im Hintergrund wird dem Besucher die passende Atmosphäre vermittelt. Die sorgfältig präparierten Tiere wirken wie lebendig, zumal sie in Ruhestellung, beim Anschleichen oder beim Angreifen dargestellt werden. Untergebracht ist die Sammlung bei der Hauptschule, im Untergeschoss der Sporthalle. Öffnungszeiten und Führungen auf Anfrage im Kultur- und Verkehrsamt
Direkt im „Haus des Gastes“ / Verkehrsamt in Altusried (Hauptstraße 18, Telefon 7051) ist das Käse- und Flachsmuseum untergebracht. Das Museum verdeutlicht die Umstellung von Flachsanbau auf Milchwirtschaft zum Ende des 19. Jh. Antike Möbel und Arbeitsgeräte kann man hier besichtigen sowie sich über die Entstehung des Leinens – von der Pflanze über deren Verarbeitung bis zum fertigen Produkt – informieren. Ein Videofilm zeigt, wie aus der Allgäuer Milch der berühmte Käse entsteht. Öffnungszeiten: Mo, Di, Mi u. Fr 9 – 12 Uhr, Do 15 – 18 Uhr
Kulturelles
Die Allgäuer Freilichtbühne Altusried
Der Schauplatz für außergewöhnliche Open-Air-Ereignisse
in einmaligem Ambiente
Wer schon einmal in Altusried war oder eine Altusriederin respektive einen Altusrieder kennt, der weiß vielleicht: Vieles dreht sich in Altusried um das Theater. Das Theater lässt Altusried nicht los und Altusried lässt das Theater nicht los und dies in vielfältiger Weise.
Bereits seit über 125 Jahren wird in Altusried die Tradition der Freilichtspiele gepflegt. Der Regisseur des Wilhelm Tell 2002, Jan Burdinski, nannte Altusried „eine Wirklichkeit gewordene Utopie“. Ulrich Schwab, Regisseur der Jungfrau von Orleans 2005, sagte in einem Interview: „Das, was in Altusried passiert, ist einmalig“.
Seit 1879 haben die Freilichtspiele in Altusried ihren festen Platz und haben sich traditionellen Freiheitshelden verschrieben. Das erste Stück, das 1879 aufgeführt wurde, war „Der bayerische Hiasl“. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten reihten sich weitere „Helden“ in das Repertoire der Freilichtspiele ein: „Wilhelm Tell“, „Götz von Berlichingen“, „Andreas Hofer“. 1986 kam erstmals mit dem „Knopf von Leubas“ eine Allgäuer Figur auf die Freilichtbühne Altusried. Eigens für diese Bühne wurde das Stück „Anno 1525 – Bauernkrieg im Allgäu“ geschrieben und von Hanns Schuschnig in Szene gesetzt. Im Sommer 2005 nahmen die Altusrieder ein neues Stück in ihr Repertoire auf, in dem zum ersten Mal eine Frau die Titelrolle spielte: „Die Jungfrau von Orleans“.
Ein ganz besonderes Jahr für Altusried und seine theaterbesessenen Einwohner war 1999. Die neu gebaute Freilichttribüne, in dieser Holzbauweise mit seinem freitragenden Dach einzigartig in Europa, konnte ihrer Bestimmung übergeben werden. Die imposante Konstruktion mit dem geschwungenen Dach ist ein architektonisches Schmuckstück und Attraktion weit über das Allgäu hinaus. Unter dem Tribünendach mit 3165 qm Fläche finden 2.500 Zuschauer geschützt Platz – mit bester Sicht auf die großflächige Naturbühne. Unterteilt in Spielfläche und Spielhang bietet das Gelände mit 4.500 qm Platz für eindrucksvolle Inszenierungen, unterstützt von einer ausgefeilten digitalen Licht- und Tontechnik. Bei Bedarf kann die Zuschauertribüne mit einer Parkettbestuhlung um 500 Plätze erweitert werden. Seither ist die Freilichtbühne Schauplatz vieler erfolgreicher Veranstaltungen. Die Katakomben unter der Tribüne – das Gebäude misst rund 90 Meter Länge – beherbergt bei den Aufführungen die Schauspieler in zahlreichen Garderoben und Aufenthaltsräumen. Dort unten befinden sich auch die Werkstätten, die technischen Räume, Requisiten und Kulissenlager.
Natürlich werden die Besucher der Freilichtbühne vor und nach den Aufführungen und in den Pausen auf dem großzügigen Vorplatz bestens verköstigt.
Seit der Inbetriebnahme der neuen Tribünenanlage werden auf Süddeutschlands schönster Freilichtbühne neben den großen Freilichtspielen auch kleinere Altusrieder Eigenproduktionen aufgeführt, wie zum Beispiel die Märchen „Das tapfere Schneiderlein“, „Der gestiefelte Kater“, „Schneewittchen und die 7 Zwerge“ und in diesem Jahr „König Drosselbart“ und die Abendproduktionen „Der Brandner Kaspar“ und „Im weißen Rössl“. 2006 wird Shakespeares brillante Komödie „Viel Lärm um Nichts“ parallel zum Märchen in Szene gesetzt.
Doch damit nicht genug. Auch die unterschiedlichsten Gastproduktionen machen in Altusried Station. Die Palette reicht von Volksmusik, Rock und Pop Veranstaltungen, Musicals, Comedy, Operette bis hin zu großen Klassikkonzerten und Opernaufführungen. Seit der Eröffnung der Freilichtanlage gingen insgesamt 193 Aufführungen über die Bühne, die von über 400.000 Zuschauern gesehen wurden.
Wem das immer noch nicht genug ist, der hat die Möglichkeit zwischen Oktober und April das Allgäuer Theaterkästle Altusried zu besuchen. Dieses wohl kleinste kommunale Theater Bayerns mit 160 Sitzplätzen besteht jetzt seit 20 Jahren und bietet in jeder Saison einen abwechslungsreichen Spielplan. Dieser reicht von Mundartlustspielen und anspruchsvollem Volkstheater, von Singspiel, Märchen und Operette bis hin zu Klassikern zeitgenössischer Stücke.
Wer theaterbegeistert ist und etwas Besonderes erleben will, kommt an Altusried nicht vorbei!
Tickets und weitere Informationen im Kartenbüro Altusried, Hauptstr. 18, 87452 Altusried, Tel. 08373/ 9 22 00 – Fax 08373/ 70 54; E-mail: kartenbuero@altusried.de – Internet: www.altusried.de
Im „Glögglerhaus“ kann man handgewebte Teppiche, Webstühle und Webrahmen bewundern, außerdem finden in unregelmäßigen Abständen Ausstellungen einheimischer Künstler statt.
Feste + Feiern
Jährlich am ersten Wochenende im Oktober findet der Alternativ-Markt statt mit Bioprodukten, Naturwaren aller Art, Handwerkskunst, Haus-Heilmittel sowie vollwertigen kulinarischen Spezialitäten aus aller Welt. Auch die Themen „Alternative Energieversorgung“ und „Biologisches Bauen“ werden hier angesprochen.
Mitte Oktober ist in Altusried der große Herbstmarkt Anziehungspunkt für Jung und Alt.
Kurioses und Originelles
Von Mitte Mai bis Mitte Oktober sowie in den Oster- und Weihnachtsferien findet im Käse- und Flachsmuseum im „Haus des Gastes“ / Verkehrsamt regelmäßig am Freitagnachmittag um 14 Uhr ein „Schaukäsen wie zu Großvaters Zeiten“ statt (Dauer ca. zwei Stunden). Zwei erfahrene Käser zeigen von der Milchanlieferung bis zum fertig geformten Käselaib die gesamte Herstellung des Emmentalers. In einem alten Kupferkessel wird die Milch erwärmt, das Lab kommt dazu und schließlich wird die Käsemasse aus dem Kessel geschöpft und zu einem Laib gepresst. Gearbeitet wird mit alten Originalwerkzeugen. Anmeldung beim Verkehrsamt erforderlich, Mindestteilnehmerzahl 15 Personen!
Freizeit- und Sportmöglichkeiten
Im Sommer
Sehr schön und traditionell das als erstes geöffnete Sommerbad im Oberallgäu ist das „Beheizte Freibad Altusried“ (Im Tal, Telefon 1357) mit großem Schwimmbecken, Kiosk, Kinderspielplatz, ausgedehnten Liegeflächen und Wärmeraum zum Umkleiden. Geöffnet ist es täglich von 9 bis 20 Uhr, bei schlechter Witterung bis 18 Uhr, Frühschwimmen Montag bis Freitag ab 7 Uhr, Abendschwimmen bis 21:30 Uhr (bei entsprechender Witterung).
Angler können ihr Glück in der Iller versuchen (Tages- und Wochenkarten bei W. Prechtel, Altusried, Im Tal 1, Telefon 350). Wer eine Ballonfahrt oder eine Kutschfahrt unternehmen möchte, der kann sich zwecks Terminvereinbarung direkt mit dem Kultur- und Verkehrsamt in Verbindung setzen.
Minigolf spielen kann man auf der Anlage im Freizeitpark Altusried (außerdem: Westernbahn, Miniautos, Gartenspiele, Schaukeln, Tischtennis u. v. m.). Tennis-Freiplätze gibt’s in Altusried, Frauenzell, Kimratshofen und Krugzell (Gästekarte erforderlich).
Im Winter
Ca. 60 km gespurte Langlaufloipen verbinden das gesamte Gemeindegebiet (Langlaufkarten im Kultur- und Verkehrsamt erhältlich). Auskünfte zu Rodelmöglichkeiten erteilt das Kultur- und Verkehrsamt.
Ein öffentliches Hallenbad befindet sich in der Grundschule Altusried (November bis April, Öffnungszeiten über Kultur- und Verkehrsamt zu erfragen).
Ganzjährig
Unterhaltsame Stunden beim Kegeln bieten der Gasthof Fäßle (Kimratshofen, Telefon 8728), der Gasthof Hirsch (Krugzell, Telefon 23426) und das Kegelstüble (Frauenzell, Telefon 987292).
Direkt neben dem Schwimmbad befindet sich die Reithalle des Reit- und Fahrvereins Altusried (Im Tal, Telefon 1503) für Anfänger und Fortgeschrittene, auch Ausreitmöglichkeit!
Wandern
Rund um Altusried liegen 270 km gekennzeichnete Wanderwege; ausführliche Wanderkarten sind im Kultur- und Verkehrsamt erhältlich.
Empfehlenswert ist ein Ausflug zum Illerdurchbruch bei Kalden (siehe „Sehenswertes“). Vom Steilufer aus, über Waldwege und über Treppenstufen geht es hinab zur Iller; eine Wanderung, die immer wieder einen schönen Blick auf den Fluss und das gegenüberliegende Ufer erlaubt.
Altusried ist Ausgangs- und Endpunkt des Oberallgäuer Rundwanderweges mit Gepäckbeförderung; Informationen beim Kultur- und Verkehrsamt. Lernen und Wandern zugleich kann man auf den beiden Naturlehrpfaden. Einer beginnt beim Freilichtspielgelände, der andere in Kimratshofen-Hettisried.
Rad fahren
Der Iller-Radwanderweg vom Allgäu zur Donau führt auf einer Teilstrecke durch Altusried. Für den beschilderten Radwanderweg Allgäu von Kempten über Altusried, Leutkirch und Isny zurück nach Kempten liegt eine ausführliche Routenbeschreibung im Kultur- und Verkehrsamt kostenlos aus.
Wichtige Adressen und Telefonnummern
Markt Altusried, Rathausplatz 1, 87452 Altusried, Telefon 08373 299-0, Telefax 08373 299-11, Internet: www.altusried.de, e-mail: rathaus@altusried.de
Kultur- und Verkehrsamt Altusried, Hauptstraße 18, 87452 Altusried, Telefon 08373 7051, Telefax 08373 7054, Internet: www.altusried.de, e-mail: altusried@allgaeu.org